CBI – Character Based Improvisation

„The actor’s journey into character“

Obiger Trailer setzt sich aus Filmmaterial aus einem fünftägigen CBI-Workshop zusammen, an welchem ich im November teilgenommen habe. Regisseur Rob Marchand hat uns, einer Gruppe von Schauspielenden und Regieschaffenden, während 5 Tagen die Methoden der charakterbasierten Improvisation näher gebracht.

Der Trailer vermittelt eine Impression dessen, wie wir gearbeitet haben: Er transportiert den Prozess, wie sich die Beziehung der Schauspielenden zu ihren Figuren mit der Zeit immer mehr verdichtet und intensiviert. Und genau darum geht es bei charakterbasierter Improvisation, also bei CBI.

CBI gibt Film- und Theaterschaffenden eine ganze Palette an Werkzeugen an die Hand, um detaillierte, komplexe Charaktere zu erarbeiten. Ob für konventionelle Film- und Theaterproduktionen oder für improvisierte Dramen, spielt keine Rolle. Man kann ganze Filme nach CBI-Methoden produzieren oder – und hier wird’s spannend – die Methoden in spezifischen Situationen einsetzen. Wer sich dafür interessiert, wie das im Detail funktioniert, kann gerne auf mich zukommen!

Wir haben im Workshop an drei aufeinanderfolgenden Tagen in kleineren und grösseren Settings Figuren aufeinandertreffen lassen, wir haben sie einander kennenlernen lassen, wir haben sie Provokationen ausgesetzt und im Prinzip jeden Tag eine neue Stufe gezündet im Prozess der Beziehungsverdichtung. Das Ergebnis war für mich ziemlich verblüffend: Ich habe selten erlebt, wie Schauspielende in so kurzer Zeit ein so tief empfundenes Verständnis für ihre Figuren entwickelt haben.

So viel Zeit mit einer Figur zu verbringen, steht natürlich in krassem Gegensatz zu konventionellen Produktionen: Für einen Dreh schlüpfen Schauspielende inklusive Drehbuchlektüre, Stellproben und tatsächlicher Drehzeit zwischen 60 und 120 Minuten in die Haut ihrer Figur.

Ich habe eingangs erwähnt, dass es Regisseure gibt, die ganze Filme nach CBI-Methoden produzieren. Das dauert mitunter über ein Jahr; nur schon die Vorarbeit an den Charakteren, bevor überhaupt gedreht wird, kann Monate in Anspruch nehmen. Nun denkt ihr euch wahrscheinlich: Das klingt ja schön, ich würde auch gerne so viel Zeit mit meiner Figur verbringen, aber wer kann es sich leisten, so zu arbeiten? Wir „normalsterblichen“ Film- und Theaterschaffenden in der Regel nicht. Was wir uns aber leisten können: Die Methoden situativ einsetzen! Auch hier wieder: Wer wissen möchte, wie das im Detail funktioniert, kann mich gerne ansprechen

Für mich war nach diesem Workshop sofort klar: So möchte ich arbeiten! Ich möchte dieser Art der Arbeit zukünftig einen Grossteil meiner Aufmerksamkeit widmen, und ich bin dabei, Interessierte (Schauspielende, Regieschaffende, AutorInnen) für mögliche Workshops in der Schweiz und in Deutschland zu begeistern. Wenn ich euch angesprochen fühlt: Einen detaillierteren Beschrieb der CBI-Methoden bekommt ihr von mir!

Author: Sarah Gärtner

Regisseurin, Autorin

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